Wie ich arbeite.
Meine Arbeit fußt auf vier Säulen — und auf fünf Grenzen, die keine grauen Linien sind.
Werte vor Werkzeug
Bevor ich über ein Tool spreche, frage ich nach dem Auftrag Ihrer Einrichtung. Was ist ihr Wesen — wofür ist sie da, was macht sie unverwechselbar, was darf unter keinen Umständen verloren gehen? Erst aus dieser Antwort lässt sich ableiten, welche digitale Unterstützung dem Auftrag dient und welche ihn überformen würde.
Werkzeuge dienen, sie führen nicht. Wer mit dem Werkzeug beginnt, baut sich eine Lösung, an die er anschließend sein Anliegen anpasst. Das ist die Reihenfolge, die ich vermeide.
Das heißt nicht, dass ich ohne System arbeite. In der Weiterbildung zum KI-Manager habe ich gelernt, mögliche Anwendungsfälle zu sammeln, sie durch klare Filter zu schicken und nach Nutzen und Machbarkeit zu ordnen, sodass eine Einrichtung mit den lohnendsten, gut umsetzbaren Schritten beginnt statt mit dem lautesten. Nur greift dieses Vorgehen erst, wenn die Wertefrage geklärt ist, nicht davor.
Skepsis als Ausgangspunkt
Die Vorbehalte gegenüber KI, denen ich in anthroposophischen Einrichtungen begegne, sind selten naiv. Sie kommen aus jahrelanger Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Technik, aus pädagogischer und heilpädagogischer Erfahrung, aus einer Skepsis gegenüber Konzern-Versprechen, die sich oft genug bewahrheitet hat.
Mit dieser Skepsis lässt sich besser arbeiten als mit blinder Begeisterung. Wer skeptisch ist, fragt genauer. Wer genauer fragt, baut Lösungen, die am Ende auch tragen. Ich nehme die Einwände nicht als Hindernis, sondern als ersten brauchbaren Pfeiler eines Konzepts.
Lokal vor Cloud
Wo es um Bewohner-, Schüler- oder Patientendaten geht, laufen die Modelle auf Ihrer eigenen Hardware — nicht in der Cloud eines US-Konzerns. Das ist technisch anspruchsvoller, langsamer aufzusetzen und teurer im ersten Schritt. Für sensible Bereiche gibt es trotzdem keine Alternative, die ich ernsthaft mittragen würde.
Datenschutz ist hier nicht Compliance-Pflicht, sondern Haltung: die Menschen, die Ihrer Einrichtung anvertraut sind, haben es nicht verdient, dass ihre Daten als Nebenprodukt auf einem Server in Übersee landen. Wo eine Cloud-Lösung vertretbar ist — etwa für allgemeine Texte ohne Personenbezug — sage ich das. Wo nicht, dann eben nicht.
Ehrlichkeit über Grenzen
Auch ein „Tun Sie das nicht" oder „Tun Sie es noch nicht" ist ein gutes Beratungsergebnis. Manchmal ist es das ehrlichere. Wer in jeder Sitzung ein Ja produziert, hat keine Beratung gemacht, sondern verkauft.
Ich rechne damit, in der Hälfte der Erstgespräche Vorhaben anzuraten, die kleiner sind als die ursprüngliche Idee — oder ganz davon abzuraten. Das gehört zur Arbeit. Eine Empfehlung, die mir selbst weniger Auftrag bringt, ist trotzdem die richtige, wenn sie der Einrichtung dient.
Auch während eines laufenden Projekts halte ich feste Prüfpunkte ein, an denen wir gemeinsam entscheiden, ob es weitergeht. Ein sauberer Abbruch zur rechten Zeit ist mir lieber als ein Vorhaben, das nur aus Trägheit weiterläuft. Und wo sich ein Bedarf fertig und datenschutzkonform einkaufen lässt, rate ich vom teuren Eigenbau ab: Diese Make-or-Buy-Frage stelle ich früh und ehrlich.
Nächster Schritt
Wenn Sie an dieser Stelle den Eindruck haben, dass diese Arbeitsweise zu Ihrer Einrichtung passt, ist ein Orientierungsgespräch der nächste sinnvolle Schritt. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Situation überhaupt zu meinem Angebot passt, lesen Sie zuerst unter Für wen weiter.
Klare Grenzen
Was ich bewusst nicht tue.
Diese fünf Bereiche sind keine grauen Linien, sondern klare Grenzen. Sie gelten unabhängig davon, was technisch möglich oder vertraglich attraktiv wäre.
Vollautomatische Entscheidungen über Menschen.Bewerbung, Schülerbeurteilung, Pflegestufen — Urteile über Menschen werden von Menschen gefällt, nicht von Modellen.
KI-generierte Bilder als Ersatz echter Fotografie.Die Veröffentlichungen einer anthroposophischen Einrichtung zeigen reale Orte und reale Menschen, sonst sind sie wertlos.
Ersatz heilpädagogischer Begegnung durch Chatbots.Die Begegnung ist das Werkzeug. Sie lässt sich nicht delegieren, auch nicht in entlasteter Form.
Cloud-Lösungen für sensible Daten.Bewohner-, Schüler- und Patientendaten bleiben im Haus.
KI im direkten Umgang mit kleinen Kindern.Im Kindergarten und in der Unterstufe hat die Technik nichts zu suchen, was die Kinder spüren könnten.
Gespräch vereinbaren.
Kostenlos, unverbindlich, zwanzig bis dreißig Minuten. Wir schauen gemeinsam, ob ein nächster Schritt zu Ihrer Situation passt.
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